Angeregt von Nancy, möchte ich einen Teil meines Weges in die
Natur zeigen. Ich gehe ihn gerne, wenn möglich wöchentlich. Am Wochenende gehe
ich ihn täglich zu jeder Jahreszeit und unterschiedlichen Tageszeiten. Immer
gibt es etwas Neues zu sehen und zu hören. Wir haben das Glück in der Nähe des Flusses Havel zu leben. Rundherum sind Wiesen und es wurde zu einem
Naturschutzgebiet ausgerufen.
Auf dem Weg zur Havel blüht und duftet jetzt die Robinie mit ihren langen Blütendolden. Der Roggen steht auf dem Feld. Ich hoffe, der Regen hilft
ihm noch gut. Es hat lange bei uns zu wenig oder gar nicht geregnet. Seit
Januar fehlte er. In den Hecken sitzt die Nachtigall.
An den Gräben blüht die wilde Möhre. Ich freue mich ganz besonders sie
jedes Jahr zu sehen. Auf dem Hochzeitsbild meiner Eltern (1961) stehen sie im
Vordergrund und leuchten.
An dieser Baumgruppe biegt der Weg zur Havel ab. Die Baumgruppe ist
sehr alt. Früher in den 50ziger Jahren wurde unter den Bäumen gefeiert. (Das
haben mir alte Einwohner erzählt.) Da hat sich das neue Dorf getroffen.
In den 70ziger Jahren entstand der eigentliche Dorfkern mit dem Spielplatz. Es
kehrte wieder Ruhe bei den Bäumen ein. (Manchmal höre ich noch die Stimmen und
das Lachen der Menschen.) Jetzt singt dort eine Nachtigall ganz laut.
Auf dem Wiesenweg zur Havel blüht jetzt der gelbe Hahnenfuß. Er
bewegt sich im Wind und möchte nicht fotografiert werden. Eine Diva unter den
Wiesenblumen. Die Bilder werden unscharf. Die Wiesen sind von weitem bunt. Das
Rötliche ist der blühende Sauerampfer.
Der Maulwurf ist aktiv beim Bauen und holt die dunkle Erde
hervor.
An der Havel stehen viele Holunderbüsche. Er blüht jetzt und
läutet damit bei uns den Frühsommer ein. Und hier ist die Havel. Sie
darf hier ganz sie selbst sein und fließt gemächlich dahin. Im Schilf sitzen
viele Vögel und singen. Ich warte immer auf den Teichrohrsänger. Jetzt
schnarrt er im Schilf vor sich hin. Von allen Seiten wird gerufen.
Ab hier muss ich mich entscheiden, ob ich nach rechts oder links
weiter gehe. Überall ist es schön. Rechts komme ich an den Vier Schwestern
vorbei. Ich habe diese Birken einmal so getauft. Ich freue mich immer, wenn ich
an ihnen vorbei wandere.
Zum Schluss krabbelte mir ein Glücksbringer über den Weg. Sogar mit
Regentropfen. Es nieselte die ganze Zeit leise vor sich hin.
Ich bringe mir immer einen Naturgruß für meinen Tisch mit. Diesmal
holte ich mir den Duft der Robinie ins Haus.
Genießt den Feiertag morgen. Jetzt ist überall der göttliche Segen in
der Natur zu finden.
Um mit Nancy`s Worten zu sagen:
Mögen Sie alte
Wege gehen
Mögen Sie neue
Wege gehen
Mögen Sie weitermachen
May you travel old
paths
May you traverse
new paths
May you keep going